Am alten Flussbett

Von hier aus noch etwa 20 Meter, die ehemalige Flussböschung hinunter, und Sie stehen bereits im alten Flussbett des Rheins. Bis zur Begradigung des Rheins durch Tulla und Kröncke (1828/29) hatte der damalige Stockstadt/Erfelder Rhein eine Breite von 200 bis 400 Meter.

Nach dem Durchstich hat sich die Fließgeschwindigkeit im nun entstandenen Altrhein veringert und die Ablagerung (Sedimentation) von Sand und feinen Schwebeteilchen erhöht. Als Folge sind weite Bereiche des ehemaligen Flussbetts verlandet.

 

Kopfweiden konnten bereits Ende des vorletzten Jahrhunderts in das entstandene Neuland (Ortsbezeichnung: "Neue Anlage") gepflanzt werden. Sie sollten bei hohen Wasserständen wie ein Rechen Äste, Treibholz und Sedimente aus der fließenden Welle filtern, um so die Verlandung zu beschleunigen.

Vor allem nach dem zweiten Weltkrieg wurde damit begonnen, die unrentablen Kopfweiden zu beseitigen und schnell wachsende Pappelarten (Überflutungstoleranz 100-200 Tage/Jahr) zu pflanzen.

 

Der Standort war nun soweit aufgelandet, dass einer forstwirtschaftlichen Nutzung nichts mehr im Wege stand.

Bis zum Jahr 2005 sollen die gepflanzten Pappeln entnommen, und durch standortgerechte Eichen und Ulmen ersetzt werden. Die "Neue Anlage" wird derzeit weniger als 100 Tage im Jahr überschwemmt und kann so die typische Artenzusammensetzung einer tiefgelegenen Hartholzaue ausbilden.

 

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