Schatzinsel Kühkopf

Der Startschuss für das Projekt war eine Baubegehung am 23.11.2004 zur Weiterentwicklung des 1995 eröffneten Naturschutzinformationszentrums in der ehemaligen Düngemittelhalle gegenüber des alten Anwesens. Da die provisorisch geschaffene Einrichtung Baumängel aufzeigte und zudem eine Erweiterung und Modernisierung der Ausstattung nötig gewesen wäre wurde als Alternative eine neue Naturschutzausstellung im Nordflügel diskutiert.

 

Nach einer ausführlichen Bestandsaufnahme lag im Februar 2006 ein Nutzungskonzept der Forst- und Naturschutzverwaltung vor. Zudem wurde vom Landesamt für Denkmalpflege eine Machbarkeitsstudie zur denkmalgerechten Sanierung des Nordflügels beauftragt. Beides wurde am 04.04.2006 im Fachministerium vorgestellt und verabschiedet. Ein Umweltbildungszentrum mit ganzheitlichem Ansatz sollte nun im Nordflügel des Hofguts entstehen, das allen Beteiligten Mitwirkung und Mitgestaltung ermöglichen sollte. Bald darauf wurde deutlich, dass das Projekt ohne finanzielle Unterstützung nicht realisierbar ist. Daraufhin versichterte der Bürgermeister von Stockstadt am 12.03.2008 die Gebäudeinstandsetzung zu übernehmen, sofern die Finanzierung gesichert sei.

 

Auf Einladung des Fachministeriums fand am 09.10.2009 die konstituierende 1. Sitzung der Kooperation zum Projekt Hofgut Gunterhausen statt. Mit dem Nutzungs- und Überlassungsvertrag zwischen Hessen-Forst und Stockstadt sowie der Übertragung des Projektgrundstücks wurde die Basis für die Projektträgerschafft bei der denkmalgerechten Gebäudesanierung des Nordflügels geschaffen. Nach Abschluss der Kooperationsvereinbarung am 20.01.2010 konnte das entsprechend ausgewählte Architekturbüro mit dem Projekt beauftragt werden. Der Start der Baumaßnahme erfolgte am 23.07.2010 mit dem obligatorischen "Spartenstich" durch die damalige Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Frau Lautenschläger. Parallel dazu befasste sich der Landesbetrieb Hessen-Forst mit der Innenausgestaltung des Umweltbildungszentrums.

 

Zur 4. Sitzung der Steuerungsgruppe am 01.03.2011 wurde das Grobkonzept der Ausstellungsplaner verabschiedet und die Erarbeitung der Feinkonzeption beschlossen. Um den ersten Ausstellungsabschnitt (Dauerausstellung "Mitten im Fluss") überhaupt finanzieren zu können wurde daraufhin zielgerecht bei großen Stiftungen und Fördermittelgebern nach Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung nachgefragt und für das Projekt geworben. Als die benötigten finanziellen Mittel zur Verfügung standen wurden die entsprechenden Baumaßnahmen der äußeren Gebäudehülle durchgeführt. Mit der Fertigstellung konnte die damalige Ministerin Frau Puttrich am 22.01.2013 den Beginn der Innenausbauen und der technischen Infrastruktur verkünden.

 

Das Jahr 2013 stellte sich unter anderem mit zahlreichen Baustellenabstimmungen, Planungsgesprächen und Ausstellungsplaner als äußerst arbeitsreich dar wonach auch die Baukosten immens stiegen.

 

Auf der 9. Sitzung der Steuerungsgruppe am 04.02.2014 konnte nach umfangreichen Abstimmungen eine Nutzungs- und Betriebsvereinbarung durch die Projektträger unterzeichnet werden. Die Umweltbildungsaufgaben wurden auf den Landesbetrieb Hessen-Forst übertragen, der für das Regierungspräsidium Darmstadt in bewährter Form der Verwaltung vor Ort übernimmt.

 

Nachdem die Fertigstellung der Gebäudesanierung mit den ersten beiden Bauabschnitten bis Ende März 2014 abgeschlossen wurde, die feierliche Schlüsselübergabe an Hessen-Forst durch die Ministerin am 10.04.2014 sowie der Tag der offenen Tür zwei Tage später stattfanden steht bis Mitte 2015 der dritte und somit letzte Bauabschnitt der Gebäudesanierung im Obergeschoss an. Als Ziel für Fertigstellung des gesamten Nordflügels ist Mitte bis Ende 2016 geplant. Im selben Zeitraum wird auch die Gestaltung des Außenbereichs mit dem Hofinneren und den Stationen des Lehrpfads fortgeführt.

 

Auch im Umfeld wird sich Einiges tun: Das ehemalige Forsthaus wird saniert und als Dienstwohnung des Landesbetriebs Hessen-Forst sowie für Verwaltungszwecke rund um das Hofgut zur Verfügung stehen. Die nicht mehr benötigten einst landwirtschaftlich genutzten Zweckbauten um das Hofgut werden rückgebaut. Außerdem wird auf der Nordseite die neue Schau- und Lehrimkerei stehen. Die Einrichtung einer gastronomischen Einheit im Hofgut wird gleichfalls weiter verfolgt.

 

Zu guter letzt besteht darüber hinaus die Absicht, die Instandsitzung des Südflügels mit der thematischen Ausgestaltung "Regionale Identität, Kultur und künstlerisches Schaffen" anzugehen.

 

Bis die Baumaßnahmen im und um den Hofgut jedoch komplett abgeschlossen sind werden noch einige Jahre vergehen.